Freitag, 20. April

Zwischen 15:00 Uhr und 17:00 Uhr

Anreise und Anmeldung

17:00 bis 18:45Uhr: 

Abendessen als Buffet im Interim.

Ab 17:30 Uhr

 Begrüßung durch die EmaLi Sachsen und den KoKreis

17:30 bis 21:30 Uhr

Kinderbetreuung

18:00 bis 19:15 Uhr

Fakultative Workshopphase

  • Arbeiter*innen Selbstverwaltung in Jugoslawien 
  • Mobilität im Spannungsfeld „ungleicher Vielfalt“
  • "Die antikapitalistische Sehnsucht des deutschen Volkes."

 

Matthias Zwack: Arbeiters*innenselbstverwaltung in Jugoslawien

 

IIn den Jahren 1945 bis 1948 wurden die Unternehmen in Jugoslawien verstaatlicht. Am 28. Juni 1948 wurde Jugoslawien wegen ideologischer Abweichung aus dem Kominform ausgeschlossen. Damit versuchte Josef Stalin, ein Exempel gegen die Versuche einer von der Sowjetunion unabhängigen Entwicklung des Sozialismus zu statuieren, wie es in Ansätzen auch in anderen Staaten des Ostblocks (Bulgarien und Ungarn) zu beobachten war.

 

Jugoslawien war nun politisch und wirtschaftlich isoliert. In dieser Krisensituation kam es zu ersten „Beratungen zwischen Unternehmensleitungen, ehemaligen Widerstandskämpfern und den besten Arbeitern“, aus denen die Einführung von Arbeiter*innenräten in zunächst 215 Betrieben entstand. Ziel der nun entstehenden Arbeiter*innenselbstverwaltung war einerseits die Demokratisierung der Wirtschaft, andererseits auch eine Effizienzsteigerung gegen die schon früh sichtbaren Bürokratisierungstendenzen in der zuvor als zentrale Planwirtschaft geführten Ökonomie Jugoslawiens.

 

Räte wurden schließlich zwischen 1950 und 1953 in allen Betrieben eingeführt, 1957 wurden zusätzlich in den einzelnen Abteilungen der Betriebe (ekonomske jednice) Arbeiter*innenräte eingeführt. Praktische Konsequenzen der Arbeiter*innenselbstverwaltung waren:

• Die Beschäftigten eines Unternehmens wählten den Direktor.

• Die Beschäftigten entschieden über Investitionen, Löhne, Produktionsplanung usw., allerdings innerhalb eines festgelegten Rahmens, der die Ausplünderung des Betriebs verhindern sollte.

 

Was kann eine emanzipatorische Linke von der Arbeiter*innenselbstverwaltung in Jugoslawien lernen? 

Raik Lorenz: Mobilität im Spannungsfeld „ungleicher Vielfalt“

 

Das Spannungsfeld physische (Trans- / Internationalität; Verkehr; Umwelt, Nachhaltigkeit) und soziale Mobilität (z.B. Klasse o.ä.; Prekarisierung; Arbeit; Gentrifizierung / Umziehen) ergäntzt durch ein Co-Referat von 
Manfred Wolter um die Aspekte der Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung.

 

Mit Mobilität wird ein Begriffsfeld bezeichnet, in dem sich vielfältige historische Erfahrungen sozialer Gruppen abbilden. Es gibt keine eindeutige Definition. Mobilität ist ambivalent und widersprüchlich. Die Herausforderung in der Analyse und dem Verständnis von gesellschaftlichen Prozessen ist also einerseits die räumliche und soziale Dimension von Mobilität als Teil eines großen Ganzen zu denken. Ein neuer Arbeitsplatz oder der Wechsel von einer Hauptschule in ein Gymnasium hat immer auch
eine räumliche Dimension, wie auch das Betreten eines Rasens oder eines Bahnsteigs eine soziale Dimension hat. Andererseits ist diese sozialräumliche Mobilität als Prozess zu verstehen, der sich aus dem Wechselspiel zwischen unserem Handeln und der Einbettung dieses Handelns in Institutionen und anderen Regulationsmechanismen speist. Mobilität muss also dialektisch verstanden werden.

 

Peter Laskowski: "Die antikapitalistische Sehnsucht des deutschen Volkes..."
Zum "Antikapitalismus von rechts" und zur Verwirrung einiger  Linker aus diesem Anlass.
 
IIn Deutschland ist „eine kleine Geldmachtelite“ am Werk, die „ihre Interessen auf Kosten aller Völker der Welt durchzusetzen trachtet“. Neoliberale Theorien seien „das fürwahr perfekte ideologische Vehikel“ für diese Elite. Jene „winzige Minderheit letztlich der wenigen hundert Superreicher der miteinander verflochtenen internationalen Konzerne“ würden sich „willfähriger Dienstklassen bedienen, zu denen neben den Funktionseliten in allen westlichen Ländern auch die korrumpierten politischen Klassen der westlichen Länder zählen“.
So tönte Björn Höcke in seiner Leipziger Rede National - Sozial "Antikapitalistisch". 
Weit bis ins Lager Kapitalismus Personifizierender Mitglider der Partei DIE LINKE, der nicht den Kapitalismus bekämpfen sondern „Rotschilds, Rockefeller, Soros und Konsorten“ enteignen wollen, aber auch  und bekennender Rechtsextremisten dürfte seinen simplen Feindbildskizzierungen Zustimmung gewiss sein. 
 
Obwohl der "Antikapitalismus von Rechts“ eines Björn Höcke in sich widersprüchlich ist, funktioniert er. Er erlaubt es seinen Vertreter*innen, sich als „Systemgegner*innen“ zu gerieren, ohne das eigene Handeln in den gesellschaftlichen Verhältnissen reflektieren oder mit den eigenen Bürgerlichen Vorstellungen brechen zu müssen. Es werden einfache Erklärungen und Feindbilder für unübersichtliche gesellschaftliche Verhältnisse geboten. Hierin liegt die Attraktivität des "Antikapitalismus von Rechts" für Teile der Gesellschaft aber auch für einige Linke.
 

19:15 Uhr bis 19:30

Ab 19:30 bis 21:30 Uhr

Podiumsdiskussion

Umbaubause

„Wutbürger gegen Volksverräter und Lügenpresse“
 
Die Geschwindigkeit der Veränderungen am rechten Rand der Gesellschaft hat in den zurückliegenden drei, vier Jahren derart zugenommen, der Takt neuer, ins Kraut schießender Erscheinungen wie Pegida, Bundesweiter „Demos für alle“, AfD, massiver Proteste gegen Geflüchtete und ihre Unterbringung, christlich-fundamentalistischer, antifeministischer, rassistischer, antimuslimischer und verschwörungswirrer Massenbewegungen halten uns in Atem. 
 
Nicht mehr nur Anti-EU-Politik und antimuslimischer Populismus, sondern vor allem auch die Themen der „Anti-68er“ feierten fröhliche Urstände: Es geht gegen „Homo-Ehe“, Feminismus, zeitgemäßen Sexualkundeunterricht, Gender-Mainstreaming, Abtreibung und „Tugendterror“. Christlicher und evangelikaler Fundamentalismus gepaart mit völkisch- konservativem Familienpopulismus, Schwulenfeindlichkeit und Antifeminismus schießen zu einem rechtspopulistischen Cocktail rückwärtsgewandter Ideologeme zusammen, der jedem emanzipativ und antifaschistisch denkenden (und handelnden) Menschen bitter aufstößt.
 
Über das, was die „Wutbürger“ antreibt wollen wir mit unseren Gästen bei diesem Podium Diskutieren.
 
Anne Helm, MdA DIE LINKE Berlin, KoKreis der Ema.Li
Katharina König-Preuss, MdL DIE LINKE Thüringen
Sarah Rambatz Bundessprecherin der linksjugend ['solid] 

Im Anschluss Präsentirt ein Leipziger Chor Arbeiterlieder.

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